Lancaster

In der Nacht vom 4. auf den 5. September 1942 stiegen auf dem englischen Flugplatz Syerston 251 Bomber in den Himmel. Einer von ihnen, eine Lancaster R5682, wurde über den Inseln im niederländischen Wattenmeer abgeschossen. Das Flugzeug stürzte über De Alde Feanen in der Nähe des Ortes Warten ab. Von den sieben Mitgliedern der Besatzung gelang fünf der rettende Sprung mit dem Fallschirm. Einer überlebte den Aufprall nicht, die anderen vier wurden zu Kriegsgefangenen gemacht. Einer der Flugzeuginsassen wurde später gefunden, die letzte Person, der Heckschütze Francis Cooper, galt nach dem Absturz als vermisst.


Nach Kriegsende blieben die sterblichen Überreste von Francis Cooper fünfundsiebzig Jahre lang verschollen, bis man im Jahr 2017 mit der Bergung des Flugzeugs begann.

An der Absturzstelle der Lancaster wurde eine dauerhafte Gedenkstätte eingerichtet: De Zwaluwhaven (der Schwalbenhafen). Diese 32 Meter lange Mauer ist ein Entwurf der Landschaftsarchitektin Nynke Rixt Jukema und verfügt über 251 Brutlöcher für Uferschwalben. Die Zahl der Löcher stimmt mit der Zahl der Kampfflugzeuge überein, die in der Nacht vom 4. auf den 5. September 1942 abhoben. Die Mauer selbst ist so lang wie die verunglückte Lancaster. Von den 251 Löchern wurden 12 versiegelt. Zwölf Flugzeuge, die in jener Nacht aufstiegen, kehrten nicht zurück.

Die Gedenkstätte Zwaluwhaven wurde am 15. April 2018 eingeweiht. Dieser Termin wurde nicht beliebig gewählt: Es ist das offizielle Datum der Befreiung Frieslands im Jahr 1945. Bei der Enthüllung des Mahnmals waren 39 Angehörige der Piloten und Besatzungsmitglieder anwesend. Seit dem 15. April 2018 ist im Besucherzentrum des Nationalparks De Alde Feanen auch eine Ausstellung über die Lancaster und die Gedenkstätte Zwaluwhaven zu besichtigen.